39 – Pflegebedürftigkeit bei Kindern und Jugendlichen

Informationsblatt Nr. 39

Aufgrund einer angeborenen Erkrankung, einer Behinderung, eines Unfalls oder aus sonstigen Gründen kann auch bei Kindern eine Pflegebedürftigkeit vorliegen.

Die Familien stehen in diesen Fällen vor komplexen Herausforderungen: Wie sind die Voraussetzungen für einen Pflegegrad bei Kindern? Welche Unterstützung benötigen Kinder in der Kita und der Schule? Welche passgenauen Hilfsmittel oder Umbaumaßnahmen gibt es für Kinder und Jugendliche mit Handycap? Zu diesen Fragen bieten die Pflegestützpunkte Berlin vertiefende Beratung und Unterstützung für Familien an. Dazu gehören Informationen unter anderem zu den Themen Pflegegrad, Wohnungsanpassung und Hilfsmittel.

Ein sehr wichtiger Aspekt der Beratung ist die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Diese kann durch Leistungen der Pflegeversicherung wie Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Betreuungs- und Entlastungsleistungen erfolgen. Spezielle Angebote gibt es auch für Geschwisterkinder.

Ziel ist eine auf die Kinder und Jugendlichen abgestimmte Versorgung zur Verbesserung der Lebenssituation. Sie sollen in das Hilfe- und Versorgungssystem integriert werden und damit eine höhere Selbstständigkeit in der Alltags- und Lebensbewältigung erreichen.

Kinder wachsen heran und die Bedürfnisse können sich im Laufe der Jahre verändern. Die Pflegestützpunkte beraten zu den jeweils passenden Angeboten.

Sozialmedizinische Nachsorge

Bis zu 6 Wochen nach einem stationären Aufenthalt des Kindes kann auf Verordnung hin eine ambulante Betreuung zu Hause durch spezialisierte Einrichtungen erfolgen, die den Versorgungsbedarf analysieren, die verordneten Leistungen koordinieren und bei der Inanspruchnahme der Leistungen unterstützen.

Sozialpädiatrische Zentren

Mit überweisung durch den behandelnden Arzt erhält man in multiprofessionellen Teams spezialisierte Beratung, Diagnostik, Therapie und Frühförderung.

Kinder- und Jugendgesundheitsdienst

In jedem Bezirk erfolgen eine präventive ganzheitliche gesundheitsbezogene Information und Beratung sowie ärztliche Untersuchungen bis zum 18. Lebensjahr.

Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst

Hier gibt es psychologische Beratung und ärztliche Untersuchungen bis zum 18. Lebensjahr.

Jugendamt

Das Jugendamt ist der Träger von ambulanten und stationären Leistungen für Kinder und Jugendliche wie z. B. Familienhilfe und Eingliederungshilfe bei Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung bis zum 18. Lebensjahr

Kinderhospiz

Ab dem Zeitpunkt der Diagnose einer lebenslimitierenden Erkrankung kann ein ambulanter Hospizdienst bei der Bewältigung der psychischen Belastung und Betreuung unterstützen. Stationäre Hospize geben der Zeit des Abschieds einen würdigen Rahmen.

Kinderschutzhotline Tel. 030 610066

Die Hotline Kinderschutz ist ein niedrigschwelliges, telefonisches „Rund-um-die-Uhr“ Beratungs- und Unterstützungsangebot und eine erste Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich Sorgen um das Wohl von Kindern und Jugendlichen machen. In den Pflegestützpunkten bekommt man Informationen und Unterstützung bei der Antragstellung, bei Widersprüchen und der Suche nach Alternativen.

Links zu den Angeboten