44 – Technik im Alltag

Informationsblatt Nr. 44

Beim Ambient Assisted Living – AAL, übersetzt „umgebungsunterstütztes Wohnen“ oder auch manchmal „Altersgerechte oder alltagsunterstützende Assistenzsysteme“ genannt, geht es um Produkte und Konzepte, die das Leben in der eigenen häuslichen Umgebung mit Einschränkungen erleichtern sollen.

Grundvoraussetzung, um digitale Assistenzsysteme nutzen zu können, ist ein DSL-Anschluss, sowie ein WLAN-Router. Jedes Elektronikgeschäft berät und unterstützt bei Bedarf. Sie können auch bei der Anschaffung und Installation einer Smart Home-Zentrale helfen, in der Regel richten dies die Anbietenden selber ein.

Durch eine Smart Home-Zentrale, ein technisches Gerät wie zum Beispiel ein Tablet, können alle kompatiblen Funktionen des vernetzten Haushaltes eingestellt und genutzt werden. Somit kann auch ohne zusätzliche App auf „Knopfdruck“ eine beliebige Funktion ausgeführt werden, etwa das Schließen eines Fensters. Eine Beratung von Fachpersonal über die Vereinbarkeit der verschiedenen Produkte miteinander ist angeraten.

Finanzierung

Unterstützung bei der Finanzierung kann über die eigene Pflegekasse oder die KfW-Bank – Kredit für Wiederaufbau, beantragt werden. Bei der Pflegekasse muss überprüft werden, ob das Produkt im Verzeichnis der Hilfsmittel aufgeführt ist.

Datenschutz

Die Sicherung des hauseigenen WLAN-Anschlusses durch Verschlüsselung und Firewalls ist sehr wichtig. Auch in den persönlichen Einstellungen von Geräten können Privatsphäre-Einstellungen vorgenommen werden, sodass weniger Daten abfließen können. Hier sollte darauf geachtet werden, dass es sich um Programme handelt, die den Datenschutzrichtlinien der EU entsprechen.

Musterwohnung mit

Beispielen für pflegebedürftige

Menschen

Musterwohnung mit

Beispielen vor Eintritt

der Pflegebedürftigkeit

 

 

Einbruchschutz

Um den Eindruck zu vermitteln, jemand sei zu Hause, kann ein Alarmsystem durch die automatische Nutzung von Rollladen, Beleuchtung oder sogar dem Ertönen von Geräuschen aus dem Alltag die Anwesenheit simulieren. Zusätzliche Kameraüberwachung, Bewegungssensoren oder Alarmanlagen sorgen für mehr Abschreckung vor Einbrüchen.

Hausnotrufzentrale – Inaktivitätsmelder – Sturzerkennung

Eine Hausnotrufzentrale ist in der Lage, unterschiedliche Signale von Sturz-, Inaktivitäts-, Brand- oder Wassermeldern zu empfangen. Diese Zentrale informiert verbundene Kontakte, etwa den Rettungsdienst oder ausgewählte Personen, durch einen Anruf oder über eine Benachrichtigung auf deren Smartphone oder Tablet. Beim Inaktivitätsmelder registriert der Sensor Abweichungen der üblichen Bewegungsmuster. Sturzmelder registrieren, wenn eine Person gefallen ist.

Herdsicherheit + Wassermelder

Im Haushalt entstehen immer wieder gefährliche Situationen. Sensoren können große Abhilfe schaffen. Wenn der Herd angelassen wurde, registrieren sie die Hitzeentwicklung und ein Warnsignal wird abgegeben oder der Herd direkt abgestellt. Wassersensoren funktionieren ähnlich. Sie sind auf dem Boden installiert und informieren, wenn Wasser zum Beispiel aus der Waschmaschine ausläuft. Die Warnungen können ebenso an eine Smart-Home-Zentrale gesendet und visuell und akustisch bemerkbar gemacht werden.

Smartes Türschloss + Visuelle Klingel

Beim Betreten des Hauses kann durch eine App auf dem Smartphone oder einen Transponder-Chip die Tür geöffnet werden. Die Erteilung der Erlaubnis an andere Personen, die Tür zu öffnen, ist möglich. Andernfalls kann durch installierte Leuchtmittel auf eine klingelnde Person aufmerksam gemacht werden.

Sprachassistent

Hierbei handelt es sich um ein System, das mit einem Lautsprecher verbunden ist. Dieses System arbeitet auf Zuruf und kann Befehle empfangen. Es kann das Licht per Sprache ein- und ausschalten, das Fernsehprogramm wechseln oder ein Telefonat beginnen oder annehmen.

Lichtsteuerung + Willkommenslicht

Lichtsensoren leuchten den Weg aus und minimieren so das Sturzrisiko. Die Wohnungsbeleuchtung kann direkt aktiviert werden, wenn die Eingangstür durchschritten wird.

Für ausführlichere Informationen und passende Technologien gibt es den kostenlosen und neutralen “Mein Technik-Finder” von Leben-Pflege-Digital www.meintechnikfinder.de, eine Anlaufstelle für Themen rund um die Digitalisierung in der Pflege und im Wohnumfeld.